Schloss Diedersdorf oder „Die Dorf-Dische“

War am Wochenende nebst Gattin im Schloss Diedersdorf. Nach einer Cachaςa-Sause zum 30. Geburtstag von Kevin R. am Freitag hatte ich mich sehr auf eine chillige Nacht auf dem Land gefreut. Die Website von Schloss Diedersdorf versprach Einiges. „Wohnkomfort, Entspannung, Berlinnah; – und doch die ländliche Abgeschiedenheit genießen – eine ideale Kombination.“ Herrlich, dachte ich mir… doch nichts war mit Erholung. Zwei Hochzeitsgesellschaften und ein Treffen von Corvette-Besitzern sorgten nicht nur für bass- und karaokegeschwängerte Nacht-Beschallung bis 3 Uhr morgens, sondern bescherten uns auch mangelhaften Service. Ist doch klar, das Personal war voll und ganz auf die Gruppen-Betreuung eingestellt. Auf unsere Getränke im improvisierten Restaurant - das eigentliche Restaurant war an die Hochzeitsgesellschaft vermietet – warteten wir 20 Minuten, und die warme Cola kam erst, nachdem wir die Jacken schon anhatten und losgehen wollten.

Die Nacht hatte aber noch mehr zu bieten. Ein übermotivierter Hochzeits-DJ, der wohl die Chance seines Lebens gekommen sah, drehte die Anlage im Raum unter uns so auf, dass das Holzbett knatterte und knisterte. Ok, dachte ich mir, lass sie feiern, ist ja eine Hochzeit, die im Hotel werden schon dafür sorgen, dass irgendwann Ruhe ist. Von wegen: um Mitternacht gab’s Techno, so laut, dass an Fenster-Aufmachen nicht mehr zu denken war. Um 1 Uhr folgte die Karaoke-Show, um 2 kehrte man wieder zu den besonders in ländlichen Gegenden beliebten Technoklängen zurück. Die auf der Website angepriesene Entspannung stellte sich bei mir nicht ein. Im Gegenteil: Im Vergleich dazu war der Public-Viewing-Point vor dem Brandenburger Tor während der WM 2006 die reinste Wellness-Oase. Als ich um 2:14 per Telefon freundlich anfragte, wie lange die Party denn noch ginge, hörte mich die Hotel-Dame zunächst nicht. Irgendwann stellte sich trotz Hintergrund-Krach erfolgreiche Kommunikation ein. Ich: „Wie lange geht die Party noch?“ Sie mit einer der akustischen Situation angepassten Lautstärke: „BIS 3 UHR!“ Naja, doof nur, dass man bis 10 Uhr ausgecheckt haben musste. Statt viel Schlaf und Ruhe bekamen wir kaum Schlaf und viel Krach. Ich war froh, als ich am Sonntag endlich in meinem Bett mitten in Berlin nächtigen konnte.

Etwas Positives gab’s aber: Zwei Kilometer vom Schloss Diedersdorf entfernt konnte man sich an Wiesen & Feldern erfreuen. Und die hatten irgendwie etwas Meditatives an sich.

Wiese


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"Bewusstsein macht müde, Ohnmacht nicht unbedingt glücklich." (zitiert aus den eigenen Gedanken)

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"Forscher des Magazins 'Science' haben bei einer Studie entdeckt, dass Tänzerinnen bis zu 150 Dollar mehr verdienen können, wenn sie an ihren fruchtbaren Tagen tanzen. Die Gründe dafür geben den Forscher noch Rätsel auf." (gefunden auf "stern.de" unter dem Titel "Fruchtbare Stripperinnen verdienen mehr")

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