Archiv der Kategorie 'Berlin'

Ganz schön übermotiviert…

Studentisch, kreativ, friedlich. So stellt man sich den Prenzlauer Berg vor, ein Idyll inmitten einer Metropole. Doch nicht jedem scheint das zu behagen, seht selbst!

Teile des O-Tons gibt’s unten zum Nachlesen.

O-Ton
“Det sag ich dir... und dann könnt ihr das wieder schreiben: Nazi-Schweine. [unverständlich] Ne, weil mir sowas ankotzt. Pissvolk. Besatzerschweine hier. Intellektuelle Piss-Brut.”

Wer die mir unverständlichen Teile versteht, kann mir das gern schicken, ich ergänze das dann hier.

Is’ doch scheiße…

Is' doch scheiße

Wie mein typischer Weg zur Arbeit aussieht? Naja, er sieht nicht nur irgendwie aus, er lässt sich auch riechen. Und je nach Aufmerksamkeitsgrad ist unliebsames “Reintreten” nicht unwahrscheinlich. Was macht man da nur? Hier ein paar Vorschläge für alle, die das gleiche Problem haben.

a) Die Slalom-Taktik: Ist äußerst effektiv, sieht aber extrem sportlich aus - und ist nur etwas für gaaaanz Wendige. Man springt um die Scheiße rum, stoppt, dreht sich, hüpft auf einem Bein rum. Aber bitte… Wer will morgens schon wie ein übermotivierter Freak aussehen? Und vor allem lässt sich damit das Riech-Problem nicht lösen.

b) Die “Hans guck in die Luft”-Taktik: Man verlässt das Haus und schaut konsequent und direkt in den Himmel. Vorteil: Man sieht die Scheiße nicht und man riecht sie auch nicht mehr, weil die Nase nur Oberluft schnuppert. Nachteil: Wer die Scheiße nicht sieht, tritt irgendwann zwangsläufig hinein und hat dadurch ein längerfristiges Problem.

c) Die Luft-Anhalten-Sonnenbrillen-Taktik: Man setzt eine Sonnenbrille mit braunen Gläsern auf und versucht, bis zur S-Bahn die Luft anzuhalten. Durch die Sonnenbrille sieht man die Scheiße nur schemenhaft, was es erträglich macht. Allerdings sollte man ähnlich wie bei der Slalom-Taktik alles umgehen, was klumpenhaft aussieht. Und durch die extrem coole Sonnenbrille sieht das Anwenden der Slalom-Taktik wie ein neuer Berlin-Trend aus. Einziges Problem: Untrainierte könnten aufgrund des Sauerstoffmangels ohnmächtig werden und direkt in das Übel fallen.

d) Die Scheiß-drauf-Taktik: Wird von den meisten Berlinern praktiziert. Es riecht zwar, sieht scheiße aus und manchmal tritt man auch rein, aber wenn kümmert’s, wa? Soll ja Glück bringen - heißt es zumindest…

Ich bin übrigens nicht der Einzige, der sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Schaut mal:

Mitte-Mode

Hier ein optischer Eindruck der aktuellen Fashion-Trends in Mitte. Auf dem Flohmarkt im Mauerpark gelang es mir, ein paar Exemplare der Gattung Mitte-Boys abzulichten…  Für mehr Fotos einfach aufs Bild klicken!

Mitte-Mode 

Liebesäpfel oder “kandierte Äpfel mit Farbstoff”?

Woanders heißen sie Liebesäpfel, in Kreuzberg einfach nur “kandierte Äpfel mit Farbstoff”. Herrlich!

Liebesäpfel

Schloss Diedersdorf oder “Die Dorf-Dische”

War am Wochenende nebst Gattin im Schloss Diedersdorf. Nach einer Cachaςa-Sause zum 30. Geburtstag von Kevin R. am Freitag hatte ich mich sehr auf eine chillige Nacht auf dem Land gefreut. Die Website von Schloss Diedersdorf versprach Einiges. “Wohnkomfort, Entspannung, Berlinnah; - und doch die ländliche Abgeschiedenheit genießen - eine ideale Kombination.” Herrlich, dachte ich mir… doch nichts war mit Erholung. Zwei Hochzeitsgesellschaften und ein Treffen von Corvette-Besitzern sorgten nicht nur für bass- und karaokegeschwängerte Nacht-Beschallung bis 3 Uhr morgens, sondern bescherten uns auch mangelhaften Service. Ist doch klar, das Personal war voll und ganz auf die Gruppen-Betreuung eingestellt. Auf unsere Getränke im improvisierten Restaurant - das eigentliche Restaurant war an die Hochzeitsgesellschaft vermietet - warteten wir 20 Minuten, und die warme Cola kam erst, nachdem wir die Jacken schon anhatten und losgehen wollten.

Die Nacht hatte aber noch mehr zu bieten. Ein übermotivierter Hochzeits-DJ, der wohl die Chance seines Lebens gekommen sah, drehte die Anlage im Raum unter uns so auf, dass das Holzbett knatterte und knisterte. Ok, dachte ich mir, lass sie feiern, ist ja eine Hochzeit, die im Hotel werden schon dafür sorgen, dass irgendwann Ruhe ist. Von wegen: um Mitternacht gab’s Techno, so laut, dass an Fenster-Aufmachen nicht mehr zu denken war. Um 1 Uhr folgte die Karaoke-Show, um 2 kehrte man wieder zu den besonders in ländlichen Gegenden beliebten Technoklängen zurück. Die auf der Website angepriesene Entspannung stellte sich bei mir nicht ein. Im Gegenteil: Im Vergleich dazu war der Public-Viewing-Point vor dem Brandenburger Tor während der WM 2006 die reinste Wellness-Oase. Als ich um 2:14 per Telefon freundlich anfragte, wie lange die Party denn noch ginge, hörte mich die Hotel-Dame zunächst nicht. Irgendwann stellte sich trotz Hintergrund-Krach erfolgreiche Kommunikation ein. Ich: “Wie lange geht die Party noch?” Sie mit einer der akustischen Situation angepassten Lautstärke: “BIS 3 UHR!” Naja, doof nur, dass man bis 10 Uhr ausgecheckt haben musste. Statt viel Schlaf und Ruhe bekamen wir kaum Schlaf und viel Krach. Ich war froh, als ich am Sonntag endlich in meinem Bett mitten in Berlin nächtigen konnte.

Etwas Positives gab’s aber: Zwei Kilometer vom Schloss Diedersdorf entfernt konnte man sich an Wiesen & Feldern erfreuen. Und die hatten irgendwie etwas Meditatives an sich.

Wiese

“Alexa am Alexanderplatz” oder “Der Mensch ist ein Tier”

Der Mensch ist ein Tier, ein anderes Fazit lassen die zum Teil egozentrierten Beobachtungen bei der Eröffnung des Alexa am Alexanderplatz nicht zu. Wie in einer Büffelherde wurde gestrampelt, gedrückt, geschnauft - mit dem Unterschied, dass das Sozialverhalten der Büffel auf Tier-Dokus irgendwie organisierter scheint. Und weil ich selbst Teil der Masse war, strampelte, drückte und schnaufte ich selbst wie ein wildes Rind. Ich bin keinen Deut besser.

So blieb mir nur die Möglichkeit, die Decke im Eingangsbereich zu fotografieren, auf der sich ganz vage die Horde spiegelt.

Alexa

Kiki Blofeld vs. enge Black Jeans und weiße Turnschuhe

Reggae-Karpfen, Uwe Banton, Ganjaman, Fitta Warri, übermotivierte Akne-Rasta-Teens und Dreadlock-Rentner, ich war schon ziemlich erstaunt über die Kombination, die ich vergangenen Freitag im Kiki Blofeld beim “Ethiopian Millenium Bashment” erleben durfte. Aber Fakt ist: Jeder grauhaarige, 71-Jährige Hartz-IV-Reggae-Sänger ist mir lieber als irgendwelche Mitte-Typen in neuerdings engen schwarzen Jeans, weißen Turnschuhen, Hut und kurzen Jäckchen, die alle paar Minuten zwischen Schönhauser-Allee-Arcaden und Oranienburger Straße vorbeilaufen. Durchschnittsalter: 22 Jahre, nach dem Zivi aus Regensburg nach Berlin gezogen. Und hier wird dann erst mal Germanistik und Anglizistik studiert bzw. angefangen zu studieren. Lieblingslocation: White Trash. An manchen Tagen lässt sich der ein oder andere noch total aufwändig einen Dreitage-Bart wachsen, ganz nebenbei wird der bayerische Akzent abtrainiert. Wirklich unangenehm. Dann sind mir so Hans-Söllner-Typen lieber. Die machen nicht nur schöne Musik, sondern kennen auch die besten Locations - wie das Kiki Blofeld. Hier ein visueller Eindruck vom Bootshaus, wo der Bashment stattfand. Wenn’s warm ist, kann man oben direkt an der Spree am Lagerfeuer sitzen.

 Kiki Blofeld

Geht unbedingt mal hin. Mehr unter: www.kikiblofeld.de

In diesem Sinne.

Criminalize it! (also, den schrecklichen Mitte-Style)


Zitat

"Bewusstsein macht müde, Ohnmacht nicht unbedingt glücklich." (zitiert aus den eigenen Gedanken)

Parallel-Pics

Asphalt-Vogel

Olivenölromantik

Weltaufgang

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Sound

Unnützes Wissen

"Forscher des Magazins 'Science' haben bei einer Studie entdeckt, dass Tänzerinnen bis zu 150 Dollar mehr verdienen können, wenn sie an ihren fruchtbaren Tagen tanzen. Die Gründe dafür geben den Forscher noch Rätsel auf." (gefunden auf "stern.de" unter dem Titel "Fruchtbare Stripperinnen verdienen mehr")

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