Reggae-Karpfen, Uwe Banton, Ganjaman, Fitta Warri, übermotivierte Akne-Rasta-Teens und Dreadlock-Rentner, ich war schon ziemlich erstaunt über die Kombination, die ich vergangenen Freitag im Kiki Blofeld beim “Ethiopian Millenium Bashment” erleben durfte. Aber Fakt ist: Jeder grauhaarige, 71-Jährige Hartz-IV-Reggae-Sänger ist mir lieber als irgendwelche Mitte-Typen in neuerdings engen schwarzen Jeans, weißen Turnschuhen, Hut und kurzen Jäckchen, die alle paar Minuten zwischen Schönhauser-Allee-Arcaden und Oranienburger Straße vorbeilaufen. Durchschnittsalter: 22 Jahre, nach dem Zivi aus Regensburg nach Berlin gezogen. Und hier wird dann erst mal Germanistik und Anglizistik studiert bzw. angefangen zu studieren. Lieblingslocation: White Trash. An manchen Tagen lässt sich der ein oder andere noch total aufwändig einen Dreitage-Bart wachsen, ganz nebenbei wird der bayerische Akzent abtrainiert. Wirklich unangenehm. Dann sind mir so Hans-Söllner-Typen lieber. Die machen nicht nur schöne Musik, sondern kennen auch die besten Locations - wie das Kiki Blofeld. Hier ein visueller Eindruck vom Bootshaus, wo der Bashment stattfand. Wenn’s warm ist, kann man oben direkt an der Spree am Lagerfeuer sitzen.

Geht unbedingt mal hin. Mehr unter: www.kikiblofeld.de
In diesem Sinne.
Criminalize it! (also, den schrecklichen Mitte-Style)