Auch ein Lesetipp muss mal sein, aber statt Feuilleton heißt es hier Völleton. Denn es geht doch letztendlich um das Völlegefühl im Geist.
Horst Evers: „Die Welt ist nicht immer Freitag“
Wie paral/el bist du?
Auch ein Lesetipp muss mal sein, aber statt Feuilleton heißt es hier Völleton. Denn es geht doch letztendlich um das Völlegefühl im Geist.
Horst Evers: „Die Welt ist nicht immer Freitag“

Ich liebe es: in weißen Tennissocken über den Laminatboden zu rutschen, mit einem Grinsen am Spiegelschrank vorbei, rein ins Wohnzimmer, wo zwar keine Freunde warten, aber immerhin vier Nachwuchsdesigner-Stühle um einen Glastisch aufgestellt sind. Ich weiß gar nicht, auf welchen Stuhl ich mich setzen soll, und irgendwie habe ich auch Angst, dass das kalte Metall etwas zu kalt ist, wenn ich mich zurücklehne. setz mich aufs Bett und schau mir meine meine Socken an: schwarz, von einer einzigen Rutschpartie.
Ich setz mich aufs Bett und schau mir meine meine Socken an: schwarz, von einer einzigen Rutschpartie. Schwarz wie die Haare der Frau, die am Tag zuvor zum Putzen in der Wohnung war. Es ist wie Malen ohne Farben. Ich muss an Siggi Harreis denken und an die Montagsmaler. Mittwochs kommt auch nichts im Fernsehen.
Nur zum Spaß schau ich mal durch den Spion: Seit zwei Jahren haben sich die beiden Kinderwagen nicht von der Stelle bewegt. Kann das Kind mittlerweile laufen? Jeden Morgen liegt auf dem blauen Flur-Teppichboden die Tageszeitung, am Abend ist sie nicht mehr da. Aber die Kinderwagen bleiben, wo sind sind. Es ist wichtig, Konstanten im Leben zu haben. Ich rutsch zurück am Spiegelschrank vorbei, vorbei an der Koch-Nische, rein ins Wohnzimmer. Jetzt setze ich mich mal auf einen der Stühle. Es schmerzt etwas, wenn ich mich zurücklehne.